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Ratgeber Oldtimerkauf – Alltagstauglichkeit auch für kleine Budgets

Gebrauchtwagen auf dem Weg zum automobilen Klassiker Oldtimer

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Einen Oldtimer zu fahren hat natürlich seinen Reiz, sodass der Besitz eines solchen Fahrzeuges oftmals als Hobby oder Statussymbol angesehen wird. Jedoch sollte man die Aspekte einer Oldtimerzulassung auch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten.

Zunächst, was ist ein Oldtimer? Ein Oldtimer ist ein Fahrzeug, welches vor mindestens 30 Jahre gebaut wurde. Für eine Zulassung als historisches Fahrzeug muss eine Begutachtung durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen durchgeführt werden. Bei dieser Prüfung wird festgestellt, ob das Fahrzeug als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut betrachtet werden kann.

Wirft man in der Automobilgeschichte einen Blick zurück, so staunt man eventuell über das ein oder andere Fahrzeug, was tatsächlich schon ein Oldtimer ist. Sie nehmen noch immer am täglichen Straßenverkehr teil und deren Besitzer haben bis auf die üblichen Macken nichts Negatives zu berichten.

Nun steht die Frage im Raum, was einem ein Oldtimer zum täglichen Gebrauch nützt. Neben grundsoliden und langjährig bewährten Fahrzeugen steht natürlich der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Das Hauptaugenmerk gilt hierbei wohl einem moderaten Anschaffungspreis, sowie einer guten Ersatzteilverfügbarkeit. Doch auch bei der Kfz-Steuer kann man Vorzüge aus einer Oldtimerzulassung ziehen. Kraftfahrzeuge werden in der Regel nach Hubraum und der Abgasnorm besteuert. Dies ist der Grund warum ältere Fahrzeuge uninteressanter werden. Das fehlen eines geregelten Katalysators treibt die zu zahlende Steuer in die Höhe. Hier zeigt sich der finanzielle Pluspunkt einer Oldtimerzulassung. Historische Fahrzeuge werden derzeit pauschal mit 191€ pro Jahr besteuert. Von diesem pauschalen Betrag hat man bei fast allen Fahrzeugen einen Nutzen. Ausnahme bilden hier Fahrzeuge mit geringem Hubraum. Bis 700ccm fährt man ohne eine Zulassung als historisches Fahrzeug günstiger (gerechnet nach einem Satz von 25,36€ / 100ccm). Auch Besitzer von Oldtimer-Krafträder profitieren hier. Für einspurige Kraftfahrzeuge beträgt die pauschale Kfz-Steuer nur 46€.

Nun kommt Ihnen als Bewohner einer Großstadt mit einer bereits bestehenden oder in Planung befindlichen Umweltzone der Gedanke, dass Ihnen eine solche Steuervergünstigung nicht viel bringt, wenn Sie das gekaufte Auto schließlich nicht bewegen können. Hier kommt der zweite große Pluspunkt einer Oldtimerzulassung. Oldtimer sind von der Pflicht einer Feinstaubplakette befreit. Man darf mit solchen Fahrzeugen ungehindert die jeweiligen, als Umweltzone gekennzeichneten Bereiche, befahren.

Vorteile einer Oldtimerzulassung auf einen Blick

-        günstige Anschaffungspreise

-        fester Steuerbetrag von 191€ (für einspurige Fahrzeuge nur 46€)

-        allgemeine Befreiung von der Feinstaubplakette

Voraussetzungen für eine Oldtimerzulassung

Ein H-Kennzeichen kann nur bei einer Technischen Prüfstelle, durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen erteilt werden. Dazu wird das Fahrzeug einer Begutachtung unterzogen. Hierbei gilt für zugelassene Fahrzeuge bzw. Fahrzeugen mit einem gültigen Fahrzeugbrief eine Untersuchung im Rahmen einer Hauptuntersuchung. Liegen die Umstände eines ungültigen Fahrzeugbriefes oder gar das Fehlen dieses Dokumentes vor, muss das Fahrzeug gemäß § 21 der StVZO einer Vollabnahme unterzogen werden. Zusätzlich zu dieser Begutachtung wird festgestellt ob das vorgestellte Fahrzeug als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut betrachtet werden kann. Folgende sechs Punkte werden bei dieser Überprüfung berücksichtigt

  •  Das Fahrzeug muss sich in einem erhaltungswürdigen Zustand befinden.
  • Es kann ein gebrauchter Zustand mit normalen Gebrauchsspuren vorliegen
  • Kleinere Mängel die das Fahrverhalten nicht einschränken sind unter Umständen zulässig. Das Fahrzeug muss sich in einem fahrbereiten Zustand befinden.
  • Es dürfen keine Durchrostungen oder Unfallschäden am Fahrzeug vorhanden sein.
  • Die Originalität des Fahrzeuges muss gegeben sein. Das Erscheinungsbild sollte also dem der Auslieferung entsprechen.
  • Modifikationen müssen in der anfänglichen Betriebszeit durchgeführt und dokumentiert worden und damit zeitgenössisch sein (in den ersten 10 Jahren durchgeführte Veränderungen an Lackierung, Motor, Fahrwerk und Ähnlichem).

Bei eventuellen Modifikationen am Fahrzeug, sollten Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit der zuständigen Prüfstelle halten, um die Zulassungsfähigkeit Ihres Oldtimers zu gewährleisten.

Fahrzeugbeispiele – günstige Klassiker auf dem Sprung zum Oldtimer

Golf2 - vom Gebrauchtwagen zum Oldtimer

Zu den bereits angesprochenen Neuankömmlingen unter den Oldtimern gehört der allseits beliebte Golf 2 aus dem Volkswagen Konzern. Seit 1983 auf unseren Straßen unterwegs, waren 2012 noch immer 450000 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Diese Zulassungszahl garantiert eine hohe Verfügbarkeit von Ersatzteilen und selbstverständlich auch an Fahrzeugen selbst. Die Technik gilt als simpel und ist leicht reparabel. Der Golf zeichnet sich des Weiteren durch seine durchweg robusten Motoren aus, weshalb auch dem Kauf eines Fahrzeuges mit höherer Laufleistung nichts im Wege stehen sollte. Dennoch sollte ein Blick auf den allgemeinen Zustand geworfen werden. Eine nun schon ältere Faustregel hat weiterhin Bestand „Golf 2 - 1000€ - 2 Jahre TÜV“.

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Nun ist es mit einem Golf für 1000€ natürlich nicht einfach getan. Allgemein bekannt ist, dass alte Fahrzeuge immer Risiken bergen. Da macht auch der Golf keinen Halt.

Ein allgegenwärtiges Thema ist der Rost, wie bei den meisten Autos dieses Alters. Zu den anfälligsten Stellen zählen der Tankdeckel, die Hecklappe, der Kofferraum, sowie die Abdichtung der Frontscheibe und die Wischerlöchern. Zudem sollte auch Acht auf die generell bei älteren Fahrzeugen betroffenen Stellen gegeben werden. Hierzu gehören die Schweller, die unteren Kanten der Türen und die Radläufe. Neben Korrosionsschäden gibt es noch ein Paar weitere Punkte denen man vor dem Kauf Beachtung schenken sollte. Bei Modellen mit Automatikgetrieben wird empfohlen einen Wechsel des Automatiköles nach 45000km durchzuführen. Hat das Wunschauto also keine durchsichtige Servicehistorie, so wäre man mit einem prophylaktischen Flüssigkeitswechsel am besten bedient, um späteren Schäden vorzubeugen. Auch auf die Zylinderkopfdichtung sollte Acht geben werden. Während bei den Benzinern ein Austausch der Dichtung recht problemlos vonstattengeht, wird eine Reparatur bei einem Dieselmotor aufwendiger, da die Einspritzpumpe neu eingestellt werden muss. Solch ein Werkstattaufenthalt bringt also einen größeren Kostenfaktor, den man durch sorgfältige Prüfung im Vorfeld verhindern kann. Schlussendlich sind die allgemeinen Verschleißteile auch zu beachten. Beim Gebrauchtwagenkauf sollte immer auf Fahrzeugteile wie Auspuff, Bremsanlage, Rad- und Achslager, Stoßdämpfer und auch die Kupplung geachtet werden. Ein Blick auf Leitungen und Schläuche gibt Auskunft über eventuelle Porosität.

Wieviele VW Golf 2 z.B. 1.3 mit 55 PS und Baujahr 1983-1992 gab und gibt es (Quelle KBA)?

  • 2011 - 56613 Stück
  • 2014 - 29515 Stück

Also für Individualisten wird der Kauf eines gebrauchten Golf 2 somit immer interessanter,  zu mal diese Fahrzeuge im Wert steigen werden.

Dieselben Schwachstellen wie der Golf 2 besitzt auch der so genannte „Rucksack-Golf“. Der VW Jetta 2, welcher ein Jahr später eingeführt wurde, kann somit auch seit diesem Jahr als Oldtimer zugelassen werden.

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Opel Kadett D - der Rivale zum Golf2

Ein weiterer interessanter Oldtimer der Kompaktklasse ist der Opel Kadett D. Dieser wurde von 1979 bis 1984 gebaut, sodass nun auch die letzten seiner Art den Status eines historischen Fahrzeuges tragen dürfen. Der Kadett verfügt über eine solide einfache Technik. Die Motoren sind robust und die Elektronik quasi fehlerfrei. Bei Motoren mit oben liegender Nockenwelle (OHC) kam es in frühen Baujahren oft zu Schäden durch zu geringe Härtung. Diese sind aufgrund von Defekten nach geringen Laufleistungen meist schon getauscht. Acht sollte man hierbei also bei Fahrzeugen mit einer solch geringen Laufleistung geben. Auch der Opel hat mit Rost zukämpfen. Besonders kritisch sollte hier der Vorderwagen betrachtet werden. Lampentöpfe, Dome, der Übergang zur A-Säule, Radläufe und Schwellerendspitzen sind häufig von Korrosion befallen. Auch der Rahmen der Windschutzscheibe und Durchrostungen von Bodenblechen machen Probleme. Bei der Besichtigung des Fahrzeuges sollten stets Teppiche in Fahrgast- und Kofferraum angehoben werden um eventuelle Schäden aufzudecken.

Bei der Betrachtung des Innenraumes sollte auf die Vollständigkeit der Ausstattung und den originalen Zustand geachtet werden. Verbastelte oder gar fehlende Ausstattungselemente sind meist nur schwer zu ersetzen. Der Dachhimmel des Kadetts verfärbt sich oft an den Klebeflächen. Auch hier ist ein Ersatz nur schwer und kostenintensiv aufzubringen.

Das Fahrwerk und die Bremsen gelten hingegen als zuverlässig. Hier ist wie generell üblich auf normalen Verschleiß zuachten.

Der Kadett D hat in Sachen Zuverlässigkeit das Zeug zum Alltagsfahrzeug. Gute Modelle sind ab 2000€ zuhaben, wobei die Zulassungsszahlen sinken, ist die Verfügbarkeit noch recht gut.

 

Wieviele Opel Kadett D 1.3N mit 60 PS gab und gibt es (Quelle KBA)?

  • 2011 - 1378 Stück
  • 2014 - 1165 Stück

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Oldtimer - Anwärter und Fahrzeuge der Mittelklasse

Fällt ein Fahrzeug aus der Kompaktklasse wegen mangelndem Platz aus dem Suchraster, so sollte man seinen Blick auf die Mittelklasse richten. Hier siedeln sich beispielsweise die zwei Konkurrenten BMW E30 und Mercedes 190 an.

BMW E30 - Edelklassiker mit Sportlerherz

Der BMW E30 ist ein sehr ausgereiftes und robustes Fahrzeug. Auftretende Mängel sind bekanntermaßen auf mangelnde Wartung und unsachgemäßen Gebrauch zurückzuführen. Verfügbarkeit und Preise sind als gut zu betrachten. Ein gutes Modell ist mit etwas Aufwand auffindbar. Hierbei sollte eine ordentliche Prüfung des Fahrzeuges im Vordergrund stehen, um späteren Ärger zu vermeiden.

bmw-e30-1986

Bekannte Probleme treten durch erblindende Scheinwerfer und undichte Servogetriebe auf. Während der Probefahrt sollte auf Geräusche des Fahrwerkes geachtet werden, da hier an Vorder- und Hinterachse gern Lager ausschlagen. Auch auf Geräusche, ausgehend vom Differenzial, sollte der alte gebrauchte geprüft werden. Unter Rostbefall geraten beim E30 vorwiegend die Spiegeldreiecke, das Heckblech und die Kennzeichenmulde. Bei der Kombi-Version des BMWs ist zudem die Heckklappe stark von Korrosion befallen. Durch Undichtigkeit der Rückleuchten kann Wasser in den Kofferraum eintreten, was wiederum das Rosten der Heckpartie fördert. Kann man nach der Besichtigung die aufgeführten Probleme ausschließen, sollte dem Fahrvergnügen nicht mehr viel im Wege stehen. Bei entsprechender Pflege ist dieses Fahrzeug ein Dauerläufer.

 

Wieviele BMW E30 318i 105 PS, Baujahr 1983-1988 gab und gibt es (Quelle KBA)?

  • 2011 - 606 Stück
  • 2014 - 457 Stück

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Mercedes 190 - der Baby-Benz wird zum soliden Klassiker

Auch der Mercedes Benz 190 der Baureihe W201 gilt als sehr langlebiges Gefährt. Zum Marktstart 1982 wurde er noch stark verpönt. Ein so kleines Fahrzeug war schließlich kein richtiger Mercedes. Der Name Baby-Benz, gebaut bis 1993, hatte sich schnell für dieses Modell etabliert. Als Vorgängermodell der späteren C-Klasse hat er sich aber schließlich bis zum heutigen Tag zu einem Verkaufsschlager der Daimler AG entwickelt. Die Resonanz des TÜVs fällt überwiegend gut aus. Der Benz sei im Vergleich zu anderen Fahrzeugen dieses Baujahres im weitaus besseren Zustand.

mercedes-benz-190-1989

Neben standfesten Motoren, verrichten auch die Automatikgetriebe vorbildlich ihre Arbeit. Manko eines automatisch schaltenden Mercedes 190 ist ein hoher Kraftstoffverbrauch und die eher nicht zeitgemäßen Fahrleistungen. Mängel zeigen sich an der Lenkung und undichten Schiebedächern. Während des Gebrauchtwagenchecks sollte der Fahrzeughimmel deshalb genau nach Wasserflecken untersucht werden. Das Differenzial zeigt wie auch beim BMW Verschleißerscheinungen. Durch falsches Spiel kann ein „singendes“ Geräusch auftreten. Auf Korrosion sollte im Bereich der Schweller, dem Unterboden, der Türen und der Hauben geachtet werden. Letztendlich sind neben den üblichen Verschleiß von Bremsen, Fahrwerk und Auspuff auch auf durchgesessene Sitze zu achten. Auch für den Benz bietet der Gebrauchtwagenmarkt noch einige Fahrzeuge zu guten Preisen.

 

Wieviele Mercedes Benz 190E 2.0 mit 122 PS gab und gibt es (Quelle KBA)?

  • 2011 - 13472 Stück
  • 2014 - 10105 Stück

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Fazit diepruefer.de - Ratgeber vom Gebrauchtwagen zum Oldtimer - Klassiker

Wie Sie sehen, birgt ein gebrauchtes Fahrzeug zwar einige Risiken. Andererseits kann so ein Oldtimer oder Noch-Gebrauchtwagen aber auch ein zuverlässiger und kostengünstiger Begleiter für den Alltag sein. Reparieren Sie noch selbst Ihren Klassiker, fahren Sie in die Umweltzonen ein  und sparen sich teure Werkstattkosten..

Beim geplanten Kauf eines Gebrauchtwagen-Klassikers oder Oldtimer treten WIR gern im Vorfeld für Sie in Aktion. Eine Fahrzeugüberprüfung, als Pkw-Wertgutachten, Gebrauchtwagencheck oder bereits schon ein Oldtimer-Kurzgutachten der oben genannten Klassiker durch einen unserer professionellen Kfz-Sachverständigen / Prüfer kann nachfolgende Kosten erheblich senken und kostet nicht die Welt.

Haben wir Ihr Interesse zum Thema Oldtimer als Alternative zu teuren Gebrauchtwagen geweckt, stehen wir mit unseren Angeboten als Ihre Kfz-Prüfer zum Thema gern zur Verfügung! Haben Sie auch gute Stories für uns, schreiben Sie uns doch an!

copyright durch Ihr diepruefer.de Team - Mai 2014

 

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